Burj Al Arab, Dubai: Wo nach den Sternen gegriffen wurde

Burj Al Arab, Dubai: Wo nach den Sternen gegriffen wurde

Rekorde spielen in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine wichtige Rolle – was sich vor allem in Form von Gebäuden bemerkbar macht. Mit dem Burj Khalifa besitzt das Emirat Dubai zum Beispiel das mit 828 Metern derzeit höchste Gebäude der Welt. Die Dubai Mall galt mehrere Jahre als das größte Einkaufszentrum der Welt. Immer wieder wetteifern vor allem die reichen Emirate Abu Dhabi und Dubai um die architektonische Vorherrschaft. Kein Wunder also, dass auch beim Sport im Jahr 2005 neue Maßstäbe gesetzt werden sollten: Tennislegende Andre Agassi trat im Februar 2005 gegen den damaligen Weltranglistenersten Roger Federer auf dem höchsten Tenniscourt der Welt an. In 211 Metern Höhe kam es damals zum Aufschlag.

Eigens für diese Begegnung wurde der 415 Quadratmeter große Helikopter-Landeplatz auf dem Hotel Burj Al Arab in einen Tennisplatz umfunktioniert. Er wurde komplett mit grünem Bodenbelag ausgestattet – allerdings nicht mit einer Begrenzung zu den Seiten. Federer und Agassi mussten während ihrer kurzen Partie gut aufpassen, nicht über die Kante der Plattform zu treten. Das Burj Al Arab war einmal mehr in aller Munde.

Der »Turm der Araber«

Mit dem Burj Al Arab, dem Turm der Araber, wollte Dubai Ende der 90er-Jahre das beste Hotel der Welt schaffen. Keine Wünsche sollten hier offen bleiben. Und um dies zu untermauern, sollte es in der Hotelkategorisierung nicht mit den Fünf-Sterne-Häusern in aller Welt gleichgestellt werden. Nein, es verlangte nach mehr: Mit sieben Sternen, so heißt es seit der Eröffnung im Jahr 1999 immer wieder, könne sich das Burj Al Arab schmücken. Einzigartig in der Welt – vor allem aus einem simplen Grund: Die Kategorisierung von Hotels endet fast überall bei fünf, was bereits jeglichen Luxus beinhalten sollte. Sieben Sterne gibt es auf den gängigen Bewertungsskalen schlicht nicht.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung des Burj Al Arab, Dubai, www.jumeirah.com/de/hotels-resorts/dubai/burj-al-arab

Nichtsdestotrotz haben die Erbauer des Hotels manch neuen Maßstab gesetzt: Das Burj Al Arab ist architektonisch einem Segel nachempfunden. Der verglaste Hotelbau wird eingerahmt von einer Stahlkonstruktion. Mit 321 Metern Höhe ist das Gebäude zwar im rekordverwöhnten Dubai nicht gerade ungewöhnlich hoch – im internationalen Vergleich jedoch schon. Es zählt zu den höchsten Hotelbauten der Welt. Damit der Schatten des Gebäudes nicht die Gäste anderer Hotels beeinflusst, wurde es nicht am Strand, sondern auf einer 280 Meter vorgelagerten künstlichen Insel erbaut.

Prunkvoll und bequem

Innen achteten die Planer vor allem auf Prunk und Bequemes: Es gibt im Burj Al Arab keine herkömmlichen Hotelzimmer, sondern ausschließlich Suiten. Jede einzelne ist zwischen 170 und 780 Quadratmeter groß. Die Teppiche sind handgewebt, jegliche Vergoldung aus 22-karätigem Gold. Dazu gibt es Springbrunnen und einen Chauffeurservice für die hoteleigenen Rolls-Royce- und BMW-Modelle. Nicht weniger als 29.000 Swarovski-Kristalle formen an der Decke der Junsui-Lounge die Milchstraße.

Der »Turm der Araber« hält trotz aller Innovationen aber auch an Traditionen fest: Im Spa- und Fitnessbereich gibt es sämtliche Einrichtungen zweimal – einmal für Männer und einmal für Frauen.

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Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung des Burj Al Arab, Dubai, www.jumeirah.com/de/hotels-resorts/dubai/burj-al-arab

Zahlreiche Prominente stiegen hier seit der Eröffnung ab – für Roger Federer war es längst nicht der erste Aufenthalt. Die Dubai Duty Free Tennis Championships locken in jedem Jahr die Großen des Sports an. Wenn auch nicht mehr auf den Hubschrauberlandeplatz, sondern in die eigens für die Meisterschaft umfunktionierte Tennishalle des Emirats. Einer wagte sich dennoch zurück in schwindelerregende Höhen: Golfer Rory McIlroy versuchte sich 2011 auf dem zum Golf-Green umfunktionierten Heliport mit einigen Schlägen.

Adresse: Burj Al Arab, Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, www.jumeirah.com/de/Hotels-and-Resorts/Reiseziele/Dubai/Burj-Al-Arab
Zimmer: 202
Sterne: 5
Baujahr: 1999
Berühmte Gäste: Bill Clinton, Al Gore, Nelson Mandela (Politiker), Simple Minds (Band), Tim Robbins (Schauspieler), König Abdullah von Jordanien (Staatschef)
Do it yourself: In jedem Frühjahr werden in Dubai die Tennismeisterschaften ausgetragen – dann sind meist auch zahlreiche Spieler im Burj Al Arab untergebracht.

Einen bebilderten, englischsprachigen Bericht über das ungewöhnliche Tennisspiel in luftiger Höhe finden Sie hier: www.hospitalitynet.org/news/4022309.html

74 weitere Herbergen, in denen das Bett zur Nebensache wurde, finden Sie in »Hotelgeschichte(n) weltweit«, eine Sammlung der interessantesten Hotels dieser Welt und der Anekdoten, die sich innerhalb ihrer Wände abgespielt haben: Prominente Gäste, die sie beherbergt haben, Erfindungen, die sie beeinflusst haben, Geschichte und Geschichten, die dort geschrieben wurden.

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Michael Pohl ist Reisejournalist, Zeitungsdesigner und Großbritannienexperte und gondelt sowohl in diesen Funktionen als auch ganz privat immer wieder durch die Welt. Meist ist er irgendwo jenseits des Ärmelkanals anzutreffen, wo er selbst gelebt hat und wo er seit Jahren für Reportagen und Analysen Land, Leute und das politische Geschehen beobachtet. Michael Pohl schreibt für mehrere Tageszeitungen und Onlineauftritte. Als Buchautor befasst er sich vor allem mit den Britischen Inseln.