Mandy – eine gespenstische Geschichte

Mandy – eine gespenstische Geschichte

MandyDas beschauliche Städtchen Quesnel, gelegen an der historischen Cariboo Wagon Road inmitten von British Columbia, glänzt mit Naturromantik, einem beschaulichen Leben inmitten der Weiten des kanadischen Westens und liebenswerten Einwohnern.

Aber lassen Sie sich nicht täuschen, vor einer Bewohnerin sollten Sie sich in Acht nehmen: In einer Vitrine des örtlichen Museums lebt seit 1991 die kleine Puppe Mandy, um die sich unheimliche Spukgeschichten ranken. Nicht umsonst sagen die Menschen vor Ort: »Wer Mandy einmal gesehen hat, wird nicht mehr derselbe sein.«

Die Geschichte von Mandy nahm ihre Lauf mit der Übergabe der Puppe durch eine alte Frau an das Museum in Quesnel im Jahre 1991. Die Dame wollte die Puppe unbedingt loswerden, da sie des Nachts immer wieder von Babygeschrei geweckt wurde, während der Wind durch die offenen Fenster blies. Sie überreichte dem Museum die Puppe, die mit dreckigen Kleidern und Rissen im Gesicht keinen sonderlich einladenden Eindruck machte, in dem festen Glauben, dass das Geschrei von dem leblosen Körper stammt. Und tatsächlich: Von diesem Tag an wurde die Frau nie mehr von unwirklichem Geschrei geweckt.

Die Museumsmitarbeiter waren skeptisch und gleichzeitig gespannt, ob Mandy auch bei ihnen ihren Spuk fortsetzen würde – und staunten nicht schlecht, als sich kurze Zeit später die ersten unerklärlichen Zwischenfälle ereigneten: Lunchpakete verschwanden aus dem Kühlschrank und tauchten in verschiedenen Schränken wieder auf, Mitarbeiter hörten Schritte in den Museumsräumen, obwohl keine Besucher zugegen waren, und immer wieder verschwanden kleinere Gegenstände, um an kuriosen Stellen wieder aufzutauchen oder auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.

Ihren Platz bei den anderen Puppen im Eingangsbereich musste Mandy schließlich verlassen, da Gerüchte verbreitet wurden, dass sie den anderen Puppen Schaden zufüge, und sich Besucher vor ihrem unheimlichen Lächeln fürchteten. Die Mitarbeiter setzen sie in eine eigene Vitrine, in der Hoffnung, dass dadurch der Spuk beendet werden könnte. Was sich als falsch herausstellen sollte.

1992 schrieb die Kuratorin des Museums, Ruth Stubbs, die Geschichten rund um Mandy auf und veröffentlichte ein Buch, das dazu führte, dass sich die Legenden rund um die gruselige Puppe im ganzen Land verbreiteten. Das Museum wurde in der Folge von Besucherströmen heimgesucht. Es erschienen Zeitungsartikel und Interviews – sogar das Fernsehen interessierte sich für die Geschehnisse in dem beschaulichen Örtchen Quesnel. Doch auch beim Fernsehen gab Mandy ihr Bestes: Das Licht der auf die Puppe gerichteten Kamera flackerte und ging alle fünf Sekunden aus und an. Als die Reporter einen Defekt vermuteten und die Kamera auf andere Ausstellungsstücke richteten, beruhigte sich das Licht und brannte durchgehend ohne Unterlass …

Was sich nun genau hinter diesen unerklärlichen Ereignissen verbirgt, vermag man aus der Ferne nicht beurteilen zu können. Sicher ist aber, dass sich Mandy mit immer neuen Geschichten der öffentlichen Aufmerksamkeit sicher sein kann – und für alle Besucher des Städtchen Quesnel eine willkommene Abwechslung darstellt.

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Die Autoren Helga und Arnold Walter blicken auf eine langjährige Kanadaerfahrung zurück und bereisen jährlich vor allem den Westen des Landes. Auf ihren zahlreichen Touren durch die Provinzen Alberta, British Columbia, Yukon und Alaska haben sie über Jahre Informationen gesammelt, die sie in ihren Routenreiseführern weitergeben. Ziel ihrer Arbeit sind praxisnahe Reiseführer, die außergewöhnliche Reiseerlebnisse mit einer unverwechselbaren persönlichen Note verbinden.

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