Silvester an der Copacabana

Silvester an der Copacabana

So frei und improvisierend Brasilianer in ihrem Alltag oft sind, so viele Bräuche und Traditionen gibt es in diesem Land anlässlich Silvester. Aberglaube ist grundlegend für eine lange Liste an Ritualen, die man in dieser Nacht zelebriert. Dazu gehören u.a. die weiße Kleidung, kombiniert mit goldenem oder silbernem Schmuck, um das neue Jahr mit ein wenig Aberglaube und noch mehr Wohlstand zu beginnen.

So wenig sichtbar für die Mehrheit, so wichtig doch für den Einzelnen: die Farbe der Unterwäsche, die man in der Silvesternacht trägt. Jede Farbe hat eine Bedeutung für das kommende Jahr: Weiß bringt Frieden, rosa Liebe, grün Hoffnung und Gesundheit, rot Leidenschaft …

Wer nicht am Meer wohnt, fährt, wenn möglich, über die Jahreswende an den Strand. Um Mitternacht springt man dann über sieben Wellen und wünscht sich für jede Welle etwas, was das kommende Jahr bringen soll. Dieser Brauch ist vor allem in der Region um Rio de Janeiro verbreitet und stammt aus der afro-brasilianischen Religion Candomblé: Zum virada do ano (Jahreswechsel) wird die Göttin des Meeres Iemanjá (auch Yemanjá) geehrt. Sie ist die bekannteste der Orixás, der Gottheiten dieser Religion, sie ist sogar unter Anhängern anderer Religionen beliebt. Für Anhänger des Candomblé gehen Rituale zu ihren Ehren weit über das Springen über sieben Wellen hinaus, so werden Blumengestecke aufs Meer geschickt und es wird in Popcorn gebadet (banho de pipoca).

Neben all diesen feierlichen Ritualen muss das Haus gut geputzt sein: um die schlechten Energien des vergangenen Jahres wegzuwischen.

Nächster Artikel:
Vorheriger Artikel:
Dieser Artikel wurde geschrieben von

Seit Nina Büttner ihren einjährigen Schüleraustausch in Brasilien verbrachte, zieht es sie immer wieder dorthin - und auf viele andere Reisen, und sei es »nur« auf ausgedehnte Fahrradtouren. In reisefreien Zeiten trainiert sie den brasilianischen Kampftanz Capoeira. Emel Mangel kannte aus ihrer Familie schon abenteuerliche Reisen und zögerte daher nicht, als sich 2001 die Chance bot, für ein Jahr als Austauschschülerin in den Mittleren Westen Brasiliens zu gehen. Interkulturell inspiriert kehrte sie nach Hannover zurück und nahm 2005 ihr Studium der Kulturwissenschaften in Lüneburg auf. Dort engagierte sie sich im Bürgerfunk Radio ZuSa sowie in studentischen Gremien und entdeckte ihre Leidenschaft fürs Kino. Darüber bloggt sie auf raeuberin.com und movienerd.de und plant nun von Berlin aus ihren nächsten Sprung über den Ozean. Henrieke Moll, geboren 1984, lernte das brasilianische Familienleben bei einem Austauschschuljahr kennen und feierte - als Kölnerin - Karneval mal auf eine andere Weise. Nach einem weiteren Auslandsaufenthalt in Rumänien und verschiedenen Reisen wurde ihre Faszination für andere Kulturen mit der Zeit zu einem Spagat zwischen Brasilien und Südosteuropa. Sie studierte Europa- und Osteuropastudien in Maastricht, Sofia und Berlin. Interkultureller Austausch bildet ein zentrales Thema in ihrem Leben, egal ob als Teilnehmerin oder Organisatorin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *