Erfahrungen eines Internetjunkies

Erfahrungen eines Internetjunkies

Ich bin bekennender Internetjunkie. Ob Kontakte pflegen, Nachrichten schauen oder Wissenslücken füllen, das Internet ist mein bevorzugtes Werkzeug dafür. Nur wenn ich im Urlaub bin, halte ich es mal ohne diese großartige Erfindung aus.

Als ich im November beschloss umzuziehen, stand natürlich auch die Organisation der Mitnahme des Internetanschlusses an erster Stelle. Ich rief also frühzeitig bei meinem Provider an, um einen nahtlosen Übergang sicher zu stellen. Ehrlich gesagt war ich wenig verwundert, als ich erfuhr: »Eine Mitnahme ist nicht möglich, Sie müssen praktisch einen neuen Anschluss beantragen.«

Ich erinnere noch immer mit Grauen dieses ewige Hin und Her letztes Jahr, was mir eine wochenlange und teure Nutzung eines Internetsticks bescherte. Dies sah ich wieder auf mich zukommen. Zudem war eine Kündigung erst am Tag des Vertragsablaufs möglich, das Versprechen einer pünktlichen Freischaltung dagegen nicht.

Glücklicherweise bat mein Bruder mich zur gleichen Zeit um Hilfe, auch für ihn einen Internetzugang zu beschaffen. Er wählte den Anbieter, den ich damals ablehnte, weil die Wartezeit zu lang war. Und aufgrund meiner Erfahrungen kümmerte ich mich »mail-wendend« um sein Anliegen.

Erstaunlicherweise erhielt ich schon einen Tag später einen Anruf, dass ein Techniker am nächsten Tag vorbeikomme, um alles zu installieren. Und noch überraschter war ich, als der Techniker mich dann auch mit einem funktionierenden Anschluss wieder verließ.

»Wir wollen unsere Serviceleistungen verbessern«, erklärte er. Die Unternehmenspolitik sei nun, dass ein Auftrag innerhalb von drei Tagen ausgeführt werden solle.

Dieser Umstand machte eine Entscheidung leicht für mich. Wenn ich sowieso meinen derzeitigen Anschluss komplett kündigen muss, kann ich auch gleich wechseln. Nicht nur bekam auch ich innerhalb eines Tages mein geliebtes Internet in die neue Wohnung, darüber hinaus zahle ich jetzt weniger.

Genau am Stichtag für den alten Vertrag rief ich meinen – nun früheren – Anbieter an, um zu kündigen. Abgesehen davon, dass das Telefonat fast eine halbe Stunde dauerte, weil die gute Frau selbst keine Ahnung hatte und immer wieder nachfragen musste, verliefen die Formalitäten ohne große Probleme. Das Schreiben ist in der »echten« Post und ob alles geklappt hat, sehe ich an meinen Kontoabbuchungen. Ich bin aber, trotz allem, zuversichtlich.

Fazit: In Spanien gibt es – trotz aller Medienberichte über die schlechte Wirtschaftslage wegen der »faulen Spanier« – Unternehmen, die sich bemühen und erfolgreich die Verbesserungen umsetzen. Das möchte ich an dieser Stelle gerne hervorheben.

Nächster Artikel:
Vorheriger Artikel:
Dieser Artikel wurde geschrieben von

Anja Obst, 1967 in Lübeck geboren, studierte Wirtschaftssinologie in Bremen. Ihre anschließende Arbeit führte sie nach China, wo sie von 1998 bis 2011 in der Hauptstadt Peking lebte. Dort arbeitete sie viele Jahre im ARD-Auslandsstudio und als Wirtschaftsberaterin. Dabei zog sie es von Anfang an vor, nicht in der oftmals isolierten Welt der Ausländer zu leben, sondern zwischen den Einheimischen in einem hútòng - einem Pekinger Altstadtviertel.